Der Begriff, TagCloud, kommt aus der englischen Sprache. Ins Deutsche übertragen, gibt es mehrere recht ähnlich lautende Übersetzungen, wie zum Beispiel Tagwolke, Wortwolke, Schlagwortwolke, Begriffswolke oder auch Stichwortwolke.
Anwendung findet eine TagCloud vornehmlich in Weblogs und beim gemeinschaftlichen Indexieren. Gemeinschaftliches Indexieren ist die, nicht an Regeln gebundene, Erstellung einer Sammlung von Schlagwörtern für einen Internetauftritt, dessen Inhalt von den Besuchern mit gestaltet werden kann. Aber es gibt auch Beispiele auf Verkaufsseiten, in denen eine TagCloud erfolgreich eingesetzt wird.
Die „Geburtsstunde“ der TagCloud geht auf das Jahr 1980 zurück. Auf dem Cover eines Buches, mit dem Titel „Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie“ von Gilles Deleuze und Felix Guattari, war eine Grafik abgebildet, die als Vorläufer der heutigen Form der Tagwolke bezeichnet werden kann. Aber erst 22 Jahre später, also im Jahr 2002, tauchte eine solche Schlagwortwolke wieder auf. Diesmal jedoch im Internet und nicht im Buchbereich. Jim Flanagan ist vermutlich der erste Anwender, der das Instrument einer Stichwortwolke im WWW einsetzte, allerdings noch unter der Bezeichnung „gewichtete Liste“.
In den folgenden Jahren, speziell mit Beginn des Web 2.0, hat sich die Tagwolke verselbständigt und ihre Form verändert. Sie ist heute nicht mehr nur eine Liste. Der eigentliche Sinn, die unterschiedliche Gewichtung der Worte, ist aber erhalten geblieben.
Als TagCloud bezeichnet man eine in sich abgegrenzte Fläche auf einer Webseite, in der Worte auf unterschiedlichste Art und Weise angeordnet sind. Bei diesen Stichworten handelt es sich um relevante Begriffe aus dem jeweiligen Internetauftritt. Sie finden sich wieder in Überschriften zu Textbeiträgen, oder auf den passenden Seiten, in den Beschreibungen selbst. Obwohl es auch andere Formen der Sortierung gibt, sind die Worte innerhalb der Tagwolke in aller Regel in alphabetischer Reihenfolge angelegt. Für den Betrachter einer TagCloud ergibt sich damit folgendes Bild: wichtige und häufig nachgefragte Begriffe fallen durch ihre Schriftgröße sofort ins Auge. Andere Worte sind zwar gleich groß, unterscheiden sich aber in ihrer Schriftart und manchmal auch durch unterschiedliche Farben. Wieder andere Worte drücken durch ihre ungleichen Größen die Benutzungshäufigkeit, beispielsweise bei Einträgen in Weblogs, aus. Und schließlich trägt die Gewichtung mancher Stichworte dazu bei, dass sie einfach in Fett-, oder Normalschrift in der Tagwolke eintragen sind. Die gestalterischen Möglichkeiten von Wortwolken sind zwar begrenzt, aber die Fantasie der Webmaster hat dies, wie viele gute Beispiele im Internet zeigen, ausgeglichen.
Eine TagCloud ist ein kleines Softwareprogramm, das die Häufigkeit von angeklickten Begriffen statistisch auswertet und je nach Programmierung vollautomatisch arbeitet, oder von einem Administrator gesteuert wird. Alle prägnanten Keywords in einer Tagwolke sind mit einzelnen oder einer Ansammlung von Elementen verlinkt, die für das jeweilige Stichwort vergeben wurden. Die populären Begriffe in einer TagCloud sind nicht statisch angelegt. Sie verändern ihr Aussehen je nach Anwendungsgebiet, Jahreszeit, politischer Situation oder allgemeinem Trend innerhalb von Tagen oder Wochen.
Vor Web 2.0 gab es für User nur die Möglichkeit, sich durch ein fein verästeltes Navigationssystem zum gewünschten Inhalt durchzuklicken. Oft mit dem Ergebnis, dass das Gefundene nichts mit dem Gesuchten zu tun hatte. Eine TagCloud von heute bietet allein schon durch das ungewöhnliche, und dem Betrachter sofort auffallende Design, eine interessante Alternative zur herkömmlichen Navigation innerhalb einer Website. Je umfangreicher ein Webauftritt ist, desto unübersichtlicher wird er. Für den Websitebesucher eine Qual, die für ihn passende Information an der richtigen Stelle zu finden. Die visuelle Hervorhebung in einer TagCloud erleichtert dem Nutzer die Suche erheblich, schließlich sieht er hier auf einen Blick, was auf dieser Website wichtig und gefragt ist und wo sich ein Klick lohnt. Vorteil für den Betreiber der Seite – er erkennt schnell, was seine Besucher am meisten interessiert.
Mit dem Aufkommen der Bloggs, wie z.B. Wordpress, hat die TagCloud ihren Siegeszug angetreten und sich als akzeptiertes Marketinginstrument etabliert.
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